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YOUROPE


Schaut mal…! – Vom Klick-Giganten zum Star – 26. Mai 2012

„Charlie hat mir in den Finger gebissen!“ Diesen Satz seines Bruders Harry und den Biss filmte ihr Vater und stellte den Clip ins Netz. Mit einer halben Milliarde Abrufe wurden die beiden Brüder weltberühmt und reich. Auf kaum einem anderen Weg hätte ein Bruderbiss mehr Leute erreichen können. Steht der Clip im Netz, können sich ganze Biografien ändern. So war es in London. Wenn Rémi Gaillard in Frankreich die Kreativkeule auspackt, werden Hobby-Radsportler zu gefeierten Stars. Während sie sich nichtsahnend eine Pass-Straße hoch quälen, hat Gaillard den Flashmob am vermeintlichen Etappenziel zum Jubel mit medialer Begleitmusik angestiftet. Die Protagonisten sind verdutzt und überwältigt – und fallen fast vom Rad vor Überwältigung. Millionen finden das spannend. Seit Diktatoren über Veröffentlichungen auf Videoportalen gestolpert sind, wird die Revolution im Netz nicht mehr unterschätzt. Yourope zeigt, wie die Menschen ticken, die hinter den Videos stecken, die weltweit Millionen Menschen vor dem Rechner bannen.

K(l)ick-Giganten in schwindelerregender Höhe – Russische Roofer

Ihre Videos bringen Blut zum kochen. Ob Brücken, Antennenmasten oder gewöhnliche Hochhäuser – russische “Roofer“ klettern auf alles, was hoch ist. Ohne Sicherung, geschweige denn Genehmigung. Ihr interner Konkurrenzkampf um den waghalsigsten Film mit den meisten Klicks ist längst mehr als nur ein gemütlicher Spaziergang auf dem Dach.

 

Syrischer Frühling in Leipzig – Solidarität im Netz

Eine ganz andere Kategorie von Videos und Online-Aktionen findet man auf www.adoptrevolution.org. Deutsche Netzaktivisten unterstützen hier die syrischen Aufständischen und kämpfen aus der Ferne für die Abschaffung der Diktatur in Syrien. Dass das viel mehr bedeutet als den „Like-Button“ zu klicken, steht außer Frage.

 

Goldesel YouTube – Wie fair ist die Videoplattform?

Ein Upload, Geschäftsbedingungen akzeptiert – und los geht der Run auf die Klicks und Reichweite. Am meisten profitiert dabei die Plattform selbst, die zum Google-Konzern gehört. Denn mit jedem Upload und Klick steigt die Attraktivität der Plattform für Werbepartner. Aber es gibt auch Betrüger, die Klicks und Kommentare kaufen – zum Beispiel in Indien. Nur einige machen auch selbst ordentlich Kohle und leben von ihren Werken auf der größten Videoplattform der Welt.

 

Ösi Bua – von Burundi in die österreichischen Charts

Österreichs Nachwuchs fährt auf ihn ab – und hottet auf der Tanzfläche bis die Schuhsohlen glühen. Er will eigentlich nur Spaß: Cedrick Mugiraneza – der Ösi Bua. Aus einem 50-Euro-Clip, der er ins Netz gestellt hat, wurde ein echter Hit: I bin da Ösi Bua“ singt der Wahl-Linzer, der ursprünglich aus Burundi stammt. Damit provoziert der Ösi-Bua – und unpolitisch ist er auch nicht. Er spielt mit Klischees und hinterfragt die österreichische Identität.